Rezension: Das Tal: Season 1.1. Das Spiel

Bereits Anfang des Jahres wurde ich beim stöbern auf Amazon auf die Reihe „Das Tal“ von Krystyna Kuhn aufmerksam. Was mich neben der Aufmachung der Reihe ansprach war der Aufbau der Reihe: Bei dem ersten Teil sprach man bereits von „Das Tal 1.1.“. Das machte mich stutzig. 1.1.? So wie „Season 1 Teil 1“? Nach weiterem stöbern fand ich dann heraus, dass bereits vier Bände der Reihe angekündigt wurden, die die erste Season der Reihe bildet.
Als Serienjunky liebe ich es mir eine Staffel nach der nächsten anzusehen. Beim Lesen wird es doch wohl nicht anders sein?! Dennoch habe ich die Reihe lange nicht gekauft, denn die Erscheinungstermine liegen immer drei Monate auseinander und mein Problem damit ist, dass ich, wenn ich eine Reihe mag, es hasse darauf zu warten.
Als ich dann jedoch immer mehr gute Rezensionen las und auch Kossis Videorezension sah, musste ich mir das Buch dann doch letztendlich zulegen. Gerade passend, da Band 2 der Reihe gerade erschienen war und ich so zumindest wusste, dass ich auch gleich weiterlesen kann.

Krystyna Kuhn wurde 1960 in Würzburg als siebtes von acht Kindern geboren. Sie studierte Germanistik, Slawistik und Kunstgeschichte und war danach als Redakteurin und Herausgeberin tätig. Seit 1998 ist sie als freischaffende Autorin für Thriller und Krimis bekannt. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Frankfurt am Main.

Es ist dunkel.
Es liegt mitten im Nirgendwo.
Und es birgt ein schreckliches Geheimnis…

Das Buch ist äußerlich sehr schön gestaltet. Der Umschlag ist in dunklem grau gehalten, das Grace College prangt vorne auf de Umschlag mit enem rosanen Wappen im Hintergrund. Die Folgebände sind ähnlich gestaltet. Lediglich die Wappenfarbe wechselt.

Die Geschwister Robert und Julia Frost kommen eine Woche nach Schulbeginn an das Grace College. Doch das scheint nicht das einzig seltsame an den beiden zu sein. Robert schreit nachts wie am Spieß und Julia scheint nicht durchschaubar zu sein. Und beide haben das selbe Geheimnis, über das sie nicht reden können.
Bei einer Party am Bootshaus sollen die Freshman des Grace College einmal ausgiebig feiern. Es ist ein Initiationsritus, der schon seit Jahren durchgeführt wird. Als Robert dann ein Mädchen von einem Felsen ins Wasser springen sieht, überschlagen sich die Ereignisse. Robert springt ins Wasser, um sie zu retten, doch von dem Mädchen fehlt jede Spur. Keiner glaubt ihm, dass er dieses Mädchen wirklich gesehen hat – ja, nicht einmal seine Schwester Julia.
Als dann noch ein Mädchen namens Angela verschwindet, wird die Welt der College Schüler über den Haufen geworfen…

Als ich „Das Spiel“ zum ersten Mal aufschlug, wollte ich es nur kurz anlesen, um zu verstehen, was die Leser an diesem Roman so begeistert. Ehe ich mich versah waren die ersten fünf Kapitel gelesen.
Mir war also schon nach den ersten Seiten klar, dass ich es hier mit einem Pageturner zu tun hatte, den ich nur mit Schwierigkeiten aus der Hand legen konnte.
Von Anfang an werden alle Charaktere sehr geheimnisvoll umrissen. Vor allem Julias und Roberts Vergangenheit wird dezent angedeutet und bis zum Ende verschwiegen. Aber auch die anderen Charaktere haben ihre eigenen Geschichten, Probleme und Charakterzüge, auf die in dem Buch nicht unbedingt eingegangen wird. Doch durch die Beschreibung der jeweiligen Charaktere wird schnell klar, dass auch diese etwas zu verschweigen haben.
Nicht zuletzt wegen der schönen Erzählweise und den wundervollen Andeutungen über die Charaktere hat man das Gefühl, dass der Leser und die Geschichte etwas gemeinsam haben: „Das Tal“ hält dich in seinem Bann, es gibt kein Entrinnen. Ein  Ereignis folgt auf das nächste und bindet den Leser an die Seiten des Buches: ein Weglegen ist dann nahezu unmöglich.
Sehr schön fand ich auch die Beschreibungen und die Beziehungen in den „WGs“, in die Robert und Julia kommen. In Roberts WG befinden sich noch Chris, der als ruhiger Kerl beschrieben wird, aber sehr seltsame Andeutungen gegenüber Julia macht, als ob er etwas über sie wisse, David, der ein aufbrausendes Temperament haben kann und Benjamin, der seine Kamera nie aus der Hand legt und alles um sich herum filmt. Währenddessen muss Julia Debbie ertragen, deren Geschwätz, fängt sie einmal damit an, kein Ende nimmt. Sie liebt und lebt den Klatsch. Dahingegen ist Katie der Ruhepol der Gruppe. Sie ist schweigsam und hält sich aus allem raus; das macht sie geheimnisvoll. Und als letztes ist die schöne, aber kahl geschorene Rose in Julias WG, die einen vernünftigen Umgang mit ihren Mitmenschen und viel Mitgefühl an den Tag legt.
Der Leser hofft, sobald er auf diese Charaktere trifft, dass ihr Geheimnis gelüftet wird. Doch „Das Tal“ wäre nicht „Das Tal“, wenn es die Antwort bereits liefern würde.

Der erste Band scheint in sich abgeschlossen zu sein. Eine Fortsetzung ist bereits unter dem Titel „Die Katastrophe“ erschienen.
Auffällig ist, dass unter einigen Kapitelüberschriften eine „Unter-Überschrift“ ist, die sich seltsam anhört, wie z.B. „[G] wie Grace“. Was es damit auf sich hat können wir hoffentlich aus den restlichen Bänden der ersten Season erfahren, die im Abstand von drei Monaten im Arena Verlag erscheinen. Ich tippe ja auf einen Buchstabencode oder ein „Lösungswort“. Doch leider kann ich hier auch nur spekulieren und abwarten.

Für alle, die „Das Tal“ noch nicht kennen, kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Ihr werdet nicht enttäuscht, sondern eher von der Geschichte gefesselt, bis ihr sie zu Ende gelesen habt.

Das Tal
1.1. Das Spiel
Krystyna Kuhn
Arena Verlag 2010
298 Seiten, broschiert
[9,95 €]
(Die Reihe ist übrigens auch als [gekürztes] Hörspiel erhältlich)

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