Rezension: Brennendes Zwielicht

Wie zufällig bin ich im September 2009 durch die Weltbildfiliale in Saarbrücken gelaufen und bin auf das schöne Cover von „Bleicher Morgen“ gestoßen. Durch das Cover wurde mein Interesse geweckt. Als dann der Klappentext was von 19. Jahrhundert und Vampirjägern erzählte, war ich auf Anhieb begeistert und kaufte das Buch. Nun ist es ja so eine Sache mit Spontaneinkäufen, aber hier… definitiv nicht! Der erste Band zog mich sofort in seinen Bann.
Nun ist im August 2010 endlich der vierte und somit vorletzte Band der Reihe auf Deutsch erschienen.

Zuerst arbeitete Colleen Gleason im Vertrieb und Marketing für Gesundheitsprodukte und Versicherungen, leitete später große Verkaufsabteilungen und besaß sogar eine eigene Firma. Inzwischen widmet sie sich voll und ganz dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in den USA in Ann Arbor, wo sie auch im örtlichen Borders ihre Ideen in Buchstaben verwandelt.

„Brennendes Zwielicht“ (im Original „Burning Twilight“) ist der vierte Teil der Gardella Chroniken. Im deutschen erscheinen die fünf Bände unter dem Zusatz „Das Buch der Vampire“, obwohl das besagte Buch nur im ersten Teil eine Rolle spiel (zumindest bisher). Ein Erscheinungstermin für den letzten Band ist bisher noch nicht benannt worden, die Rechte sind jedoch bereits Anfang des Jahres an Blanvalet verkauft worden.
Das Buch hat eine Gestaltung wie alle Bücher von Blanvalet: Verstärktes Klappenbroschür, matte Covergestaltung. Und das Cover kann sich sehen lassen!

Mit knapper Not ist Victoria aus Rom entkommen, die Spuren eines Vampirbisses noch immer an ihrem Hals.
Doch die Sorge um sich selbst soll nicht ihre einzige Sorge bleiben: ein Vampir treibt sein Unwesen in London – am hellichten Tag! Dabei kann Victoria und ihre Schar von Venatoren die Untoten Wesen nicht aufspüren.
Als Victoria dann noch in den Verdacht gerät die Mörderin zu sein, muss sie nicht nur gegen die Bow Street Runner und die Untoten kämpfen, sondern um die Blutlust, die sie wegen ihres Bisses zu übermannen droht… und einzig und allein Sebastian und Max können ihr helfen mit all dem fertig zu werden.

Der vierte Band ist meiner Meinung nach der erste, der  zeigt, welche komplexen Strukturen sich Colleen Gleason für ihre Geschichte erdacht hat. Man trifft auf Personen, bei denen man weiß, man sollte sie kennen, man weiß jedoch nicht woher. Dabei ist des Rätsels Lösung so einfach.
Ob dies nun daran lag, dass das lesen der entsprechenden Bücher schon etwas zurück liegt oder weil solch als  unwichtig erachtete Charaktere schnell vergessen werden, das vermag ich nicht zu sagen.
Ebenso faszinierend finde ich Colleens Vergleiche innerhalb des Romans. Oft stoßt man auf wundervolle Formulierungen wie „Die Situation entglitt ihr mit einer Schnelligkeit, mit der auch die Kekse zur Neige gingen.“ oder „Lady Mellys Plan fiel in sich zusammen wie ein missglücktes Soufflé,…“ Diese schönen Vergleiche haben mir stets ein schmunzeln entlockt.
Ebenfalls wundervoll wird das Beziehungsdreieck zwischen Sebastian, Victoria und Max in diesem Band behandelt. Während Sebastian sich nach und nach verwandelt, was aufgrund vorhergehender Ereignisse zu erwarten war, ist Max zynisch und stur wie immer. Für wen Victoria sich entscheidet… das müsst ihr schon selbst nachlesen.

Für Fans der Reihe ist „Brennendes Zwielicht“ ein würdiger Nachfolger und wunderbarer „Auftakt“ zum Finale der Reihe.
Allen anderen seien die ersten drei Bände zuvor ans Herz gelegt:

  1. Brennendes Zwielicht
  2. Schwärzeste Nacht
  3. Blutrote Dämmerung

Wer das 19. Jahrhundert mag und sich vorstellen kann, wie in dieser Zeit eine Art „Buffy“ den Vampiren und ihrer Vernichtung zuwendet, sollte sich diese Reihe nicht entgehen lassen.

Brennendes Zwielicht
Colleen Gleason
Blanvalet – August 2010
448 Seiten, broschiert
[9,95€]

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