Rezension: Die Wahrheit über Alice

Als bei Vorablesen die Leseprobe zu „Die Wahrheit über Alice“ erschien, ging ich mit zwiespältiger Erwartung an die Leseprobe. Doch diese paar Seiten, die paar Kapitel schafften es schon, mich in ihren Bann zu ziehen und mir eins zu vermitteln: Ich musste dieses Buch haben!
Nun gut, nun hatte ich es bei vorablesen nicht gewonnen, wollte es dann (wider willen meines Kontos) gerade bestellen, als ich es bei Lovelybooks gewonnen habe. Und so kam ich dann doch noch in den Genuss eines einzigartigen Buches.

Rebecca James, geboren 1970, hatte beruflich nie viel Glück. Sie brach das Studium ab, arbeitete als Kellnerin, reiste um die Welt und ließ sich schließlich mit ihrem Mann in Armidale nördlich von Sydney, Australien, nieder. Dort bauten die beiden ein Küchengeschäft auf. Rebecca bekam vier Söhne und schrieb nebenbei. An dem Tag, als das Familienunternehmen bankrott ging, erhielt Rebecca ein Angebot für ihr erstes Buch. Inzwischen wurde «Die Wahrheit über Alice» weltweit in 36 Länder verkauft.

Von außen betrachtet erinnert das Buch im ersten Moment an das Plakat von „American Beauty“. Ich kann mich jetzt an den Film nicht erinnern und deswegen auch nicht sagen, ob dieser Vergleich zum Buch passt. Auf jeden Fall ist das Cover ein Blickfang. Der weiße Hintergrund, die roten Rosenblätter. Entfernt man den Schutzumschlag nun, sieht man jedoch die wahre Alice: ein bluroter Einband, ein rotes Lesebändchen. Der Buchrücken wirkte von der Beschriftung her auf mich wie ein „Klassiker“. Auch der Schriftsatz im Inneren lässt sich gut lesen, wirkt jedoch „klassisch“.

Nachdem ihre Schwester gestorben ist, lässt Katherine ihr ganzes Leben hinter sich und wechselt Ort, Schule und Gewohnheiten. Sie versucht nicht aufzufallen. Ganz im Gegensatz dazu steht Alice, die immer der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit ist.
Als diese Katherina zu ihrer Geburtstagsfeier einläd, kann Katherine noch nicht ahnen, welches profide Spiel Alice mit ihr und all den anderen ihrer „Freunde“ treibt.

Das Buch besticht in erster Linie mit der Bandbreite an Charakteren, die darin eine Rolle spielen.
Katherine, die ihr Leben umkrempelt und den Tod ihrer Schwester wie ein Geheimnis hütet.
Alice, die ein Geheimnis bewahrt, obwohl sie das Gefühl gibt, sie sei ein offenes Buch.
Robbie, dessen Herz erst gebrochen werden muss, damit er versteht, was er hat – oder eben nicht.
Philippa, deren offene Art für den Leser ein Zuhause wird.
Die Eltern der Protagonisten, die die ganz normalen Emotionen für Eltern an den Tag legen.
Und alle die Charaktere, die nur zufällig in das profide Spiel hineingezogen werden.
Der Leser kann sich mit einigen dieser Charaktere gut auseinandersetzen, mit anderen mitfühlen, wieder andere hassen. Das Buch wird von dieser schier endlosen Palette von Emotionen getragen.

Ebenfalls sehr schön umgesetzt ist der Aufbau. Die Sätze, die locker und leicht geschrieben sind erzählen aus der Perspektive des allwissenden Erzählers, doch ein, zwei Kapitel gehen dem Leser nahe. Hier ändert sich die Erzählersicht auf krasse Art und Weise zum „du“. „Du trittst Alice gegenüber.“ „Er hält dich am Arm fest.“ Diese Kapitel prägen sich beim Lesen besonders ein.
Außerdem beinhaltet das Buch verschiedene Zeitspannen, die behandelt werden: Das Leben vor Alice, das Leben mit Alice und das Leben nach Alice. Diese Perspektiven wechseln sich wohl durchmischt und sehr passend ab. Und auch ohne eine Ergänzung weiß der Leser nach ein, zwei Sätzen des Kapitels, in welcher Zeit er sich gerade befindet.

Für mich war „Die Wahrheit über Alice“ genau das, was ich von ihr erwartet habe: eine spannende Lektüre mit Überraschungseffekt, voll gepackt mit Emotionen, das ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Und da ich dann auch noch nah am Wasser gebaut bin standen mir am Ende gar die Tränen in Augen.
„Die Wahrheit über Alice“ ist empfehlenswert und wird sicherlich in der nächsten Zeit in einigen Bestsellerlisten auftauchen.

Die Wahrheit über Alice
Rebecca James
Wunderlich – Oktober 2010
320 Seiten, gebunden
[16,95€]

Mein Dank für die Bereitstellung des Leseexemplars geht an den  Verlag, sowie !

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