Rezension: Wir sind die Nacht (Film)

Ich habe erst überlegt, ob ich diese Rezension verfassen soll, aber irgendwie handelt es sich ja schon um eine Buchverfilmung und könnte daher auch interessant für euch sein.

Allerdings ist das Wort „Buchverfilmung“ falsch, denn es gab kein Buch „Wir sind die Nacht“, bevor es den Film gab.
Die Trailer liefen schon seit März rum (zumindest sind sie mir da aufgefallen) in den Kinos und im Internet, als das Buch noch nicht erschienen war.
Und wir haben hier wieder etwas, das Hohlbein schon einmal gemacht hat: Er schrieb ein Buch über einen Film. Genau das hat er schon bei „Das Blut der Templer“ gemacht.
Während Dennis Gansel und Jan Berger das Drehbuch schrieben und der Film in die Gänge kam, durfte Hohlbein die Idee aufgreifen und das Buch schreiben, welches den Film 1:1 wiedergibt.

Ich bin kein Fan solcher Bücher und werde es nie sein. Was man bei „Das Blut der Templer“, „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ und „Wir sind die Nacht“ als Literatur rausbringt gilt lediglich der Geldmacherei. Die Bücher werden dadurch nicht besser oder schlechter als der Film. Und man kann auch leider nicht sagen „Hey, toll, das Buch wurde 1:1 umgesetzt!“.

Die 20-jährige Berlinerin Lena hält sich durch kleinere Diebstähle über Wasser. Beim nächtlichen Beutezug durch einen illegalen Club trifft sie auf die jahrhundertealte Louise. Die mondäne Erscheinung ist die Besitzerin des Clubs und zugleich die Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, dem auch die elegante Charlotte und die durchgedrehte Nora angehören. Louise verliebt sich in die verwahrloste Lena und beißt sie in der ersten gemeinsamen Nacht. Fortan erfährt Lena den Fluch und Segen ihres neuen, ewigen Lebens. Sie genießt den Luxus, die Partys, die grenzenlose Freiheit, doch schon bald machen ihr der Blutdurst und die Mordlust ihrer neuen Freundinnen zu schaffen. Als sich auch noch die Berliner Polizei mit dem Kommissar Tom Serner an die Fersen der Frauen heftet, schließt sich die Schlinge um das mordende Trio immer weiter und die Ereignisse geraten völlig auer Kontrolle…

Der Film ist ganz offensichtlich eine deutsche Produktion. Dies merkt man zunächst an den Schauspielern, jedoch auch sehr stark an der Geschichte, die sich eher wie eine „Pro Sieben Produktion“ anfühlt.
Der Film beinhaltet viele Unklarheiten und Fehler in der Geschichte, dass man sich beim Schauen nur an den Kopf fassen kann.
Ich verstehe immer noch nicht, was Luise in Lena sah, als sie in ihr „wunderschönen Augen“ geblickt hat. Der Vampirmythos ist in einigen Dingen sehr bizarr dargestellt.
Mit dem Charakter der Nora wollte man wohl eine „Alice“ einbauen, genauso verrückt wie Alice, viel zu aufgedreht und irgendwie ging sie mir persönlich nach wenigen Szenen auf den Keks. So schön auch Anna Fischer ihre Rolle in „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ spielt, genauso deplaziert findet man sie leider in diesem Film vor.
Ein Pluspunkt bleibt wohl die Wahl der Lokationen. Berlin ist eine wundervolle Stadt, um einen Vampirmythos aufleben zu lassen.
Ebenfalls sind die Effekte sehr schön umgesetzt – zumindest für eine deutsche Produktion.
Die Liebegeschichte zwischen Lena und dem Polizisten ist ganz nett erzählt. Sie wirkt fast wie die Hauptgeschichte des Films, dafür ist sie aber definitiv zu flach erzählt. Das Ende ist auch viel zu offen. Entweder man wollte hier eine Fortsetzung offen lassen, oder… man wusste einfach nicht, wie man den Film beenden sollte.

Alles in allem ist der Film meines erachtens nur eingeschränkt zu empfehlen. Leider wurden somit auch meine Erwartungen und Befürchtungen erfüllt, die ich stets an einen deutschen Film habe.

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3 responses to “Rezension: Wir sind die Nacht (Film)

  • Miss Bookiverse

    Ach ich wusste gar nicht, dass Hohlbein zu dem Film das Buch geschrieben hat und nicht andersrum :O So was finde ich auch total bescheuert. Es ist ja so schon oft langweilig genug, wenn man vor dem Lesen den Film kennt oder andersherum, aber wenn es dann nicht mal künstlerische Freiheiten gibt, stelle ich mir das noch viel langweiliger vor.
    Dass der Film nicht gut sein kann, habe ich mir schon beim Trailer gedacht ;D Aber ich glaube zur puren Belustigung schau ich mir den irgendwann mal an xD

  • Rumi

    Ich hatte mir überlegt den Film anzuschauen, wobei ich von vorherein skeptisch war. Wahrscheinlich werde ich mir das ganze trotzdem antun. Ich bin zwar noch skeptischer als vorher, aber ich sollte mir besser meine eigene Meinung zu dem Film bilden!

    LG, Rumi

  • Theresa

    Ich habe den film gesehen und bin, zugegeben, begeistert. klar, ein wenig flach und diverse unklarheiten sind zu erkennen. aber von meinem standpunkt aus macht das die geschichte noch mystischer und eben, geheimnissvoller.
    ich finde den film energiegeladen und aufregend, mal eine andere seite der vampire.
    und vielleicht werden ja meiner hoffnungen bestätigt und es kommt ein aufklärender 2. teil?
    Lg

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