Rezension: Hundert Jahre ungeküsst

Da mir schon „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ so gut gefallen hatte, musste natürlich auch das nächste moderne Märchen von Gabriella Engelmann in meinem Regal einziehen.

Gabriella Engelmann wurde in München geboren und entdeckte in Hamburg ihre Liebe zum Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagslleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jgendbüchern. Märchen stand sie bisher eher skeptisch gegenüber – was sich mit ihrer ersten Märchenadaption „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ schlagartig geändert hat.

Ein für den Arena Verlag typisches, großes Klappenbroschur, diesmal in kalligem Orange. Darauf sieht man die Dornenranken und das Schlosshotel.
Der Roman fällt durch die Farbe regelrecht auf und lässt das Buch aus dem Regal in der Buchhandlung ziehen. Im Gegensatz zum ersten Jugendroman der Autorin ist das Cover dieses Mal wunderschön. (Übrigens wird „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ in der neuen Auflage ein neues Cover erhalten!)

Rosalie hat gerade den begehrten Ausbildungsplatz zur Hotelkauffrau im Schlosshotel ergattert und zieht in ihre erste eigene Wohnung. Dort lernt sie René Prinz kennen, in den sie sich direkt verliebt.
Doch da gibt es ein Problem: Rosalie ist verflucht und ihr siebzehntr Geburtstag  soll in einer Katastrophe enden. Aber Rosalie sieht darin keinen Grund zur Panik, denn an solche Märchen glaubt sie nicht – zumindest bis sie in der Nacht vor ihrem Geburtstag das verbotene Turmzimmer des Hotels betritt…

Dieses Buch ist so süß wie ein Bonbon und irgendwie genauso kurzweilig. Doch fühlt man sich keineswegs betrogen oder es fehlt das „wohlige Gefühl“ beim Lesen. Es ist einfach ein absolutes Wohlfühlbuch.
Der Schreibstil ist einfach, sicherlich nicht holprig und läd zum Verschlingen des Buches ein. Anstatt Kapitel gibt es Tagebucheinträge, die von Rosalie oder René verfasst sind, sodass ein ständiger Perspektivwechsel die Geschichte gänzlich ausleuchtet.

Man mag Rosalie von der ersten Seite an, während man René erst kennenlernen muss, um ihn zu mögen. Aber gerade das macht die beiden Charaktere aus.
Man begegenet auch bereits bekannten Figuren aus dem „mörderischen Schneewittchenroman“, was mich beim Lesen sehr erheiterte.

Einzig das Ende entspricht nicht ganz der modernen, realistischen Erzählung, die bisher den Märchen von Gabriella Engelmann zugrunde lagen. Dennoch legt man das Buch am Ende zur Seite und hat das Gefühl, dass man in eine Zuckerschicht gehüllt ist.
Das Buch wird jung und alt betgeistern und wer bisher nur mit dem Gedanken gespielt hat, es sich zu kaufen, der sollte definitv zugreifen. Humorvoll und mitreißend setzt Gabriella Engelmann das Märchen des Dornröschen in eine sehr realistische und moderne Szene der Hamburger Großstadt.

Ich freue mich auf alle Fälle schon auf ihren nächsten Märchenroman „Cinderella Undercover“ und werde mir vielleicht auf mal einen Ausflug in die anderen Bücher der Autorin gönnen.

Hundert Jahre ungeküsst
Gabriella Engelmann
Arena – Februar 2011
274 Seiten, broschiert
[13,99 €]

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