Rezension: Vor meinen Augen

Vor meinen Augen war ein Buch, das mir doch glatt in der Vorschau des Fischer FJB ins Auge sprang. Als ich die Inhaltsangabe gelesen habe, war ich dafür Feuer und Flamme und mir war klar, dass es für mich ein Must Read werden sollte. Als ich es vbekam, habe ich auch direkt mal reingelesen – und konnte nicht mehr aufhören.

Alice Kuipers wuchs in London auf. Sie shrieb schon in jungen Jahren Geschichten, ihr erster Roman „Sehen wir uns morgen?“ war ein Erfolg und ist in 29 Ländern veröffentlicht worden. „Vor meinen Augen“ ist der zweite Roman der Autorin, der seine Leserschaft bewegt.

Der Fischer Verlag hat sich dazu entschlossen, dass „Vor meinen Augen“ als Hardcover mit Schutzumschlag ausgeliefert wird. Das Cover passt in diesem Fall mindestens genauso gut wie der Titel zu diesem Buch, in meinen Augen sogar besser als der englische Originaltitel „Lost for Words“.
Das Buch ist in beqährter Qualität von Fischer und wurde selbst bei intensivem Lesen nicht verformt oder verknickt. Das Hardcover an sich ist in einem „tristen grau“ gehalten mit grüner (wie die Hoffnung) Schrift.

Sophie will den furchtbaren Tag vergessen, der ihr Leben verändert hat. Von Lynda erhält sie ein Tagebuch und sie weiß  zuerst nicht recht, was sie darin notieren soll. Doch mit der Zeit schreibt sie über alles, dass ich durch den Kopf geht, angefangen bei der neuen Mitschülerin, über die Probleme ihrer besten Freundin bis hin zu dem Tag, den sie eigentlich vergessen wollte. Denn um mit der „Neuen“ befreundet zu sein, muss sie auch irgendwann über diesen Tag mit ihr reden…

Ich wollte nur kurz in das Buch hineinlesen, sagte ich mir. Doch mit den Tagebucheinträgen nimmt Sophie den Leser direkt gefangen von ihrem Leben. Seite für Seite erzählt sie über ihre Probleme, bis sie über den Tag schreibt, der ihr Leben veränderte.

Der Leser fühlt mit Sophie, denn Alice Kuipers verleiht ihr eine einmalige, einfühlsame Schreibweise. Gerade mit den Gedanken, mit denen Sophie sich beschäftigt, kommen schon Erwachsene kaum klar. Wie soll es also einem Mädchen gehen, dessen größte Sorge es sein sollte, in der Schule gute Noten zu schreiben?
Sie wird unnahbar und Stück für Stück entwickelt sie sich während des Romans und öffnet sich. Es ist spannend zu erfahren, wie nach und nach die Geheimnisse aufgedeckt werden, wie Sophie beginnt es sich „von der Seelen“ zu schreiben.

Es ist kaum möglich über den Roman zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Mit 220 Seiten hat das Buch auch keinen allzu großen Umfang.
Doch Alice Kuipers schafft es, uns in eine gefühlsgeladene Welt eines Mädchens zu ziehen und uns dort für eine Weile verweilen zu lassen. Es ist eben nicht das Gefühl, dass man sonst oft bei Büchern hat, bei dem man einen Blick durch ein Fenster auf die Welt dahinter wirft; sondern eher, als ob man Sophie bei der Hand packen würde und sie durch ihre Welt, ihre Gefühle und die Ereignisse begleitet.

Poetisch durch Sophies Gedichte, gefühlsvoll und vor allem der doch sanfte Umgang mit einem sehr prägenden Erlebnis lassen „Vor meinen Augen“ einen Roman werden, den man meiner Meinung nach gelesen haben sollte.


Vor meinen Augen
Alice Kuipers
Fischer FJB – August 2011
220 Seiten, gebunden
[14,95 €]

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