Rezension: Die Dämonenfängerin

„Die besten Serien der Welt“. Damit wirbt seit einiger Zeit der Fischer Jugendbuchverlag und bringt munter eine tolle Serie nach der nächsten raus. Als Anhänger von Serien und Reihen (obwohl es mich tatsächlich manchmal stört! ;o) ) wäre ich auf alle Fälle niemals an „Die Dämonenfängerin“ vorbeigekommen. Schon die Beschreibung klang nach einem Buch, das total meinem Geschmack enstpricht. Umso mehr freue ich mich, dass dies tatsächlich so war und ich euch heute ein – wie ich finde – tolles Buch vorstellen darf.

Jana Oliver wurde in Iowa geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie recherschiert am Liebsten über haarsträubende Legenden, wandert auf alten Friedhöfen umher und erträumt sich neue Geschichten. Wie ihre Heldin lebt Jana Oliver in Atlanta, Georgia, wo sie auch auf die Idee kam und verwirklichte und ihren ersten Roman „Die Dämonenfängerin“ schrieb.

Als würde es mittlerweile nicht auch schon reichen, wenn ich euch einfach nur noch sage, dass es ein Buch aus dem Fischerverlag ist, nein, auch dieses Mal muss ich euch von der doch sehr tollen Gestaltung vorschwärmen!
„Die Dämonenfängerin“ wird als Hardcover mit Schutzumschlag ausgeliefert. Mit Spotlack wurden auf dem Schutzumschlag schöne Akzente gesetzt. Das Cover ist einfach, jedoch sehr anschaulich und lehnt sich an die US Version des Romanes an. Das Mädchen und die Kugel – bei der der Leser erstmal nicht weiß, was es mit dieser auf sich hat – passen perfekt zu diesem Roman. Die auf dem Umschlag mit Spotlack angedeuteten „Flügel“ findet man auch bei jedem Kapitelanfang wieder.
Unter dem Schutzumschlaf steckt ein sehr griffiges, bedrucktes Hardcover. Das Mädchen ist wieder darauf zu sehen, die Schrift ist nun aber wie der Flügel mit Spotlack auf dem Buch aufgetragen. Ich finde ja, es wirkt so ganz ohne den Schriftzug fast schöner, als mit. ;o)

2018. Die Anzahl Dämonen in den Großstädten ist gestiegen und die Zunft der Dämonenfänger versucht diese einzufangen und der Kirche zu übergeben.
Riley ist siebzehn Jahre alt, Lehrling der Zunft und verpatzt ihren Auftrag in der Bibliothek einen Biblio Dämon ersten Grades zu fangen. SIe ahnt jedoch nicht, in welche Sache sie sich da verstrickt hat. Erst als ihr Vater ums Leben kommt und sie seinen Leichnam vor den Nekromanten bewachen muss, überschlagen sich die Ereignisse und Rileys Leben wird ziemlich turbulent.

Schon das erste Kapitel beginnt turbulent und wie ich finde sehr fesselnd. Diese Spannung kann der Roman nicht über die 540 Seiten anhalten, baut diese jedoch immer wieder auf.

Der Roman spielt in einer dystopischen Welt in naher Zukunft. Die Wirtschaftskrise ist überall deutlich zu spüren, die Benzinpreise steigen stetig ins unermessliche und auch Miete und Lebensmittel sind sehr teuer. Schulen gibt es keine mehr, dafür werden verlassene Gebäude genutzt, die die Schüler für ihren Unterricht aufsuchen.

Was mir direkt aufgefallen ist, ist die sehr jugendhafte Sprache dieses Romans. Es erinnerte mich direkt an „House of Night“ und so war ich nicht überrascht im Nachhinein zu lesen, dass Kristin Cast Jana Oliver bei der „Sprachausgabe der Charaktere“ unterstützt hat. Doch fand ich diese für die Zielgruppe (12 – 16) teilweise etwas ungewöhnlich. Als die Rede von einem „verschwitzten, delirierenden Häufchen Elend“ war, bin sogar ich kurz über den Satz gestolpert.

Riley war mir vom Charakter und ihrer Art gleich sympathisch. Sie ist spritzig, frech, ein wenig aufmöpfig und dennoch einfach liebenswert.
Neben Riley lernt der Leser auch Den Beck, den früheren Lehrling ihres Vaters, kennen. Dieser kommt zuerst etwas grob und unliebsam vor, zumal er anscheinend ständig mit einer Flasche Bier auftaucht. Dennoch stecken in ihm einige Überraschungen.

An sich ist die Geschichte auch sehr realistisch. Die Charaktere essen, trinken, müssen auf die Toilette und verhalten sich so menschlich wie wir uns das nur vorstellen können. Gerade das empfand ich als sehr erfrischend, da man sich sonst doch eher insgeheim frägt, wieso die Charaktere in Büchern nie auf die Toilette müssen.

Etwas überrascht war ich auch von Roscoes Laden. Roscoe ist einer derjenigen, die die von der Zunft gefangen Dämonen ankaufen. Der Laden ist so skurriel und an einen „Shop für Erwachsende“ erinnernd beschrieben – ich weiß nicht, ob ich wollte, dass mein 12jähriges Kind dies liest. Doch ich bin nun mal schon lange der Zielgruppe entwachsen und vielleicht traue ich der heutigen Generation auch einfach zu wenig zu.

Ein furioses und dämonisches Finale lässt den Roman „sauber“ ausklingen. Es gibt keinen Cliffhanger, doch man hat das Gefühl, man wolle am Liebsten gleich weiterlesen. Doch auf den zweiten Teil müssen wir uns noch etwas gedulden. In den USA erscheint im Frühjahr nächsten Jahres bereits der dritte Band der Reihe. Ob es noch weitere Teile geben wird, konnte ich leider spontan nicht in Erfahrung bringen.

Ein überraschender und gelungener Roman, nicht nur für die eigentliche Zielgruppe, sondern auch für Erwachsene und Junggebliebene.


Die Dämonenfängerin
Aller Anfang ist Hölle
Jana Oliver
Fischer FJB – September 2011
540 Seiten, gebunden
[16,95 €]

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4 responses to “Rezension: Die Dämonenfängerin

  • Nicole

    Ich habe mir das Buch jetzt auch geholt :)
    Hab es von Amazon,allerdings gebraucht, schaut aber aus wie neu.
    Ich habe aber auch diesen komische roten Punkt :/
    Ist der wirklich nur auf den Rezensionsexemplaren?
    Ich habe mir deine Rezi nicht komplett durchgelesen,aber sobald ich das Buch durch habe,hole ich das nach :)

    • Lariel

      Hallo Nicole, schau doch mal vorne in dem Buch, ob du einen Vermerk findest, dass es ein Vorabexemplar ist. Dies würde ich dann beim Verkäufer bemängeln und zuätzlich den Verkauf beim Verlag melden. Diese Exemplare dürfen nämlich nicht verkauft werden.
      Ich hatte das Buch gestern in der Hand und hatte diesen Stempel „Die besten Serien der Welt“ NICHT auf dem Cover.
      Theoretisch muss der Verkäufer dir dein Geld zurückgeben, da diese Vorabexemplare wie gesagt nicht verkauft werden dürfen…

  • Nicole

    Huhu :)
    Ich habe gerde geguckt und den Stempel kann ich leider nirgendwo finden. Der müsste doch eig direkt auf der Seite sein,wo auch der Titel und der Name der Autorin steht oder? o.o
    Ich schreib der Verkäuferin trotzdem mal ne Email.
    Kommst du momentan gut zum lesen? :)

  • Stepanie

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