Rezension: Numbers – Den Tod im Blick

Ich stand so in der Buchhandlung, neben mir eine Verkäuferin, die einer Kundin gerade half ein Geburtstagsgeschenk für das Patenkind zu finden. Gerade wollte ich mich eigentlich umdrehen und den Laden mit leeren Händen verlassen, als die Verkäuferin auf einmal begann kurz zu erzählen, worin es in „Numbers – Den Tod im Blick“ geht. Letzten Endes nahm die Kundin das Buch zwar nicht mit, aber ich.

Rachel Ward wurde 1964 geboren und wuchs in der Grafschaft Surrey auf. Sie studierte Geografie in Durham. Mit 40 Jahren widmete sie sich dem Schreiben. Mit ihrem Debüt „Numbers“ hat sie es auf anhieb in zahlreiche Nominierungslisten geschafft. Rachel Ward lebt mit Mann und Kindern in Bath, England.

Numbers ist ein schwarzes Klappenbroschur, auf welchem vorne mit Spotlack der Titel aufgedruckt ist. Dieser scheint aus vielen Zahlen zu bestehen, was echt super gut zu Titel und Geschichte passt. Auf der Rückseite gibt es wieder das „Pick your book“, das ich bei Chicken House wirklich loben muss. Dort findet man eine Seitenzahl, auf der man in die Geschichte reinlesen kann, um herauszufinden, ob der Roman etwas für einen ist. Auch im Inneren hat man sich bei den Kapitelüberschriften Mühe gegeben.

Für Jem sind Augen tatsächlich so etwas wie der Spiegel zur Seele. Als ihre Mutter stirbt, begreift sie, dass die Zahlen in deren Augen ihr Todestag waren. Fortan zieht sie sich zurück und lässt niemanden an sich heran aus Angst zu wissen, wann derjenige stirbt, den sie mag. Bis sie Spinne kennenlernt.
Zum ersten Mal ist sie beinahe glücklich. Als sie eines Tages zusammen das London Eye besuchen, sieht Jem das heutige Datum in den Augen der Besucher und weiß, dass etwas schreckliches passieren wird. Bei ihrer Flucht mit Spinne löst sie dabei eine Kettenreaktion aus. Und während sie fliehen, kommt Spinnes Todestag immer näher…

Den Tod im Blick zu haben, das kann man hier gleich zeifach sagen. Einerseits sieht Jem die Daten der Todestage der Menschen in ihrem Blick und hat diesen damit selbst stets vor Augen. Man kann sehr wohl verstehen, warum dieses Mädchen sich zurückzieht, keinen an sich dran lässt und vor allem gegen das Leben rebelliert. Dennoch fand ich Jem in einigen Fasetten zu unausgeleuchtet und hätte mir mehr von ihren Gefühlen gewünscht.
Spinne hingegen empfand ich als einen sehr trotteligen Charakter. Leider schaffte ich es nicht ihn zu mögen oder seine Handlungen zu verstehen. Einzig seine Oma brachte mich zum Lachen und ich mochte sie auf Anhieb. Dabei spielt diese leider kaum eine tragende Rolle.

Die Handlung an sich klang spannend und innovativ und wurde von der Autorin gut umgesetzt. Die Flucht der beiden Protagonisten ist spannend erzählt und zieht den Leser in seinen Bann. Ein paar Schwächen hatte die Geschichte an sich jedoch – ich empfand nicht alles logisch, vor allem die Handlungen der Protagonisten und der Umgang miteinander war mir fremd. Ob dies nun daran liegt, dass ich dieser gesamten Welt fremd bin? Ich vermag es nicht zu sagen.

Das Buch jedoch umfasst fantastische, sowie Thriller-Elemente und liest sich locker und vor allem flüssig. Und das, obwohl die Autorin bewusst die Jugendsprache im Buch verwendet hat.
Gerade durch diese bunte Mischung lässt es den Leser durch die Seiten fliegen und machen das Buch trotz Schwächen zu etwas Besonderem.


Numbers
Den Tod im Blick
Rachel Ward
Chicken House – April 2010
368 Seiten, broschiert
[13,95€]

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5 responses to “Rezension: Numbers – Den Tod im Blick

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