Rezension: Sternenschimmer

Um das Buch schlich ich alleine wegen dem Cover sehr lange herum. Es wirkt wie eine Parallelwelt und ist daher wunderbar passend zu meinem Bücherblog. Und auch nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch irgendwann lesen – und habe diese Entscheidung sicherlich nicht bereut!

Kim Winter wurde 1973 in Wiesbaden geboren und lebt heute mit ihrer Familie im Taunus. Sie machte erst eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin und arbeitete im Pflegekinderdienst und in einem Waldkindergarten, bevor sie sich voll und ganz ihrer Schreibsucht hingab. Außerdem spielt sie Theater, engagiert sich umweltpolitisch und kann es nicht lassen, Dinge zu hinterfragen.

Der Planet Girl Verlag hat sich bei der Gestaltung ganz auf den Titel und das Cover bezogen, weswegen man sich direkt in die tolle Gestaltung dieses Buches verliebt. Auf dem leicht rosanenen Schutzumschlag sie man einen Planeten, der nur auf der Oberseite besiedelt ist. Aufmerksame Leser werden dieses Sinnbild bei der Lektüre verstehen lernen. Außerdem prangern Blumen auf dem Schutzumschlag, die sich auch bei der inneren gestaltung des Buches bei jedem Kapitel wiederfinden. Nimmt man den Schutzumschlag ab, legt man damit ein weißes, leicht glitzerndes Hardcover frei. Ebenfalls beim Aufschlagen des Buches findet man direkt das Glitzern wieder und auch kleine Sterne. Das Buch wurde mitso viel Liebe zum Detail gestaltet, dass man das Buch allein deswegen schwer aus der Hand legen möchte.

Die Zukunft auf der Erde sieht anders aus, als die meisten es sich wohl vorgestellt hätten: durch die globale Erwärmung haben sich die Kontinente zusammengeschoben und es gibt weniger Erdoberfläche zum besiedeln, als wir es heute kennen. Auch die Sonneneinstrahlung ist viel zu stark geworden, um ein Leben ohne die Glaskuppel führen zu können, die sich stetig über der Stadt öffnet und schließt.
Als Krieg auf dem fernen Planeten Londuun ausbricht, erwarten alle Erdenbürger die Ankunft der fremden Spezies. Mia möchte helfen und engagiert sich in einem der Flüchtlingshäuser, wo sie sich um die londuunischen Kinder kümmert und Iason kennenlernt. Die beiden kreisen umeinanander wie zwei Planeten, ziehen sich an, sind jedoch Lichtjahre voneinander entfernt. Doch diese Liebe ist nur für kurze Zeit, denn Londuuner haben einen Sinn, ohne den sie sterben. Und Iasons Sinn ist es sein Volk zu beschützen…

Das erste, was dem Leser psoitiv auffällt ist die Ausgestaltung der Charaktere. Selten hatte ich es so stark gespürt, dass ich mich zu einem Charakter hingezogen fühlte. Mia ist von der ersten Seite an sympathisch, ein wenig tollpatschig und hilfsbereit. Sie hat ihre eigene Art, weswegen es Iason oft schwer fällt sie zu verstehen, da er nicht weißt, ob das nun „Typisch Irde“ oder „Typisch Mia“ ist.
Auch Iason, der zuerst ganz kurz auftaucht und später dann auch im Tulpenweg, dem Flüchtlingshaus, in dem Mia hilft, einzieht, ist ein einmaliger Charakter. Man durchblickt ihn nicht sofort, was den Leser keineswegs stört. Aber man ahnt, welche Emotionen er in sich trägt. Sein Problem ist vor allem, dass er nicht weiß, was Liebe ist.

Ein Volk, das keine Liebe kennt? Schwer vorstellbar, doch Londuuner kennen wirklich nur Zuneigung. Umso interessanter ist es für den Leser zu erfahren, welche Chemie, welche Anziehungskraft zwischen Mia und Iason liegt, die man beim Lesen vom ersten Moment an spürt. Die beiden sind wirklich wie zwei Planeten, die umeinander kreisen, da sie nicht wissen, was sie und der jeweils andere fühlt. Mia ist sich vor allem unsicher, wie Iason auf diese Gefühle reagiert und Iason ist sich nicht im Klaren, was dieses Gefühl überhaupt ist. Daraus entwickelt sich alleine schon eine so süße Geschichte, dass es richtig Spaß macht den beiden auf ihrer Reise durch die Gefühlswelten zu folgen.

Dennoch muss der Leser nicht auf Spannung und auch ein wenig Action verzichten. Würde die Autorin hier rein die Liebesgeschichte zwischen der Irden und dem Londuuner erzählen, wäre der Leser nicht gefesselt und würde sich eher fragen, wieso das Buch fast 600 Seiten umfasst. Doch durch die Konstellation, dass die londuunischen Kinder auf die Erde „fliehen“ mussten und den Gefahren, die auf Londuun sind, ergibt sich eine spannende Mischung. Auch die Kinder sind jedes für sich einzigartig und man schloss sie gleich ins Herz.

Die Fähigkeiten der Londuuner wirken trotz vielseitigkeit nicht übertrieben. Es sind keine Alleskönner, wie man schnell bei jedem einzelnen feststellen kann. Trotz der Perfektheit, die jeder einzelne von ihnen hat, hat jeder auch mindestens eine Schwäche, über die man nur lachen und schmunzeln kann.

Auch Mias Freunde, die teilweise ebenfalls in den Flüchtlingshäusern helfen, sind einzigartig, perfekt ausgearbeitet und teilweise sehr amüsant. So musste ich stets über Greta lachen, die definitiv nichts gegen Männer hat – zumindest nichts wirksames.

Das Buch ist aus der Sicht von Mia geschrieben und leicht verständlich, sodass es perfekt in die Altersklasse von 13 bis 16 Jahre passt. Jedoch ist es auch ein wunderbarer All-Age Roman, der die älteren Leser in seinen bann schlägt. Und genau deswegen freue ich mich schon heute auf den zweiten Band, Sternensturm, der im Mai dieses Jahres im Planet Girl Verlag erscheinen wird.


Sternenschimmer
Kim Winter
576 Seiten, gebunden
Juli 2011 – Planet Girl Verlag
[16,95 €]

Vielen Dank an Bloggdeinbuch.de, sowie dem Planet Girl Verlag / Thienemann.

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