Rezension: Lügen, die von Herzen kommen

Als Lisa hörte, dass Kerstin Gier uns mit einem Besuch auf dem Kölner Bloggertreffen beehrt, war für sich klar, dass ihr Gastgeschenk nur ein Buch von Kerstin sein konnte, damit ich es gleich signieren lassen kann. Ich und Frauenromane? Und das soll gut gehen?
Nun hatte ich aber auch schon „Für jede Lösung ein Problem“ gelesen, sowie „In Wahrheit wird viel mehr gelogen“ gehört und war gespannt, was Frau Gier noch so zu bieten hat.

Kerstin Gier (geboren 1966 bei Bergisch Gladbach) ist eine deutsche Autorin, die – auch unter den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérard – überwiegend Frauenliteratur verfasst. Ihr Erstling „Männer und andere Katastrophen“ wurde bereits mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt, mit „Ein unmoralisches Sonderangebot“ gewann sie 2005 den DeLia für den besten deutschsprachigen Liebesroman.

Das Cover selbst sprach mich eigentlich nicht so sehr an. Zwar konnte ich mich direkt mit dem Laptop und dem ewigen davorsitzen bei Tee und Kaffee wiederfinden, doch finde ich den Aufbau des Cover nicht so sehr gelungen. Etwas peppigeres hätter dem ganzen vielleicht nicht geschadet. Doch schaut man sich nun auch einmal die anderen Romane von Kerstin Gier an, so sieht man schnell, dass dieses Cover gut ins Gesamtbild passt. (Und hey! Ich will die Teetasse, die ist toll! <3)

Hanna hat keinen Freund. Hanna ist übergewichtig. Hanna schreibt. Für eine Zeitung.
Als sie von ihrem neuen Chef den Auftrag bekommt einen Artikel über Geschichten aus Flirtchats zu schreiben, probiert sie diese aus und lernt prompt Boris kennen. Boris ist ein Mann, der wohl alles zu haben scheint, zumindest sagen das 397 von 400 möglichen Punktenbeim Online Partnerschaftstest. Nun wollen die beiden sich natürlich auch in der realen Welt kennenlernen, doch Hanna hat Skrupel davor. Und dann ist da noch ihr Chef, der viel charmanter ist, als ursprünglich vermutet…

Single. Eierfigur. Schon gleich zwei Dinge, mit denen Frau sich direkt identifizieren kann. Und so geschah es, dass ich mich direkt wie Hanna fühlte. Nein. Ich war Hanna. Ich erlebte, die der neue Chef kam, ich in den Flirtchat ging, mich in zwei Männer verliebte. Mein Leben war turbulent, aufregend und ziemlich chaotisch. Und ehrlich gesagt ziehen die Schnecken immer noch ihre Spuren durch den Garten, während sie seltsame Nachrichten verbreiten.

Nun aber mal im Ernst. Da kommt so ein Frauenroman in mein Regal und ich lese ihn dann auch noch. In der Regel habe ich daran schon wenig Ansprüche, sodass ich über die seichte und vorhersehbare Geschichte hinwegsehen kann. Schließlich lebt diese Geschichte wirklich durch ihre Heldin, sodass man wissen möchte, wo die Reise denn nun hingeht.

Interessant fand ich vor allem Hannas Familie. Solch verrückte und doch liebenswerte Menschen. Wäre da nicht die etwas seltsame Freundin von Hannas Bruder, versteht sich. Aber vielleicht ist es genau die, die die Familiendynamik so aus den Fugen wirft, dass aus dem ganzen Roman ein Schuh wird.

Übrigens verging wirklich kaum eine Seite, auf der ich nicht lachen musste. Kerstin Gier hat so eine wundervolle Art des Humors, den sie perfekt in ihre Bücher einbringt. Man möchte stets weiterlesen, selbst, wenn man eigentlich aufhören sollte. Ins Bett gehen? Ach, noch ein Kapitel. Spülmaschine ausräumen? Ach, nur noch ein Kapitel… Fällt da noch jemandem außer mir der Teufelskreis auf?

Dieses Buch lebt vor allem dadurch, dass man sich so gut mit Hanna identifzieren kann. Die Handlung ist, wie nun eben bei den meisten Frauenromanen nicht anders zu erwarten schlicht, vorhersehbar und doch schön umgesetzt. Ein lockerer und zugleich humorvoller Schreibstil laden zu schönen Lesestunden ein. Und ehrlich? Dies wird sicher nicht der letzte Frauenroman von Kerstin Gier sein, den ich lesen werde. Und das sagt die, die keine Frauenromane liest. Klingt logisch, oder?


Lügen, die von Herzen kommen
Kerstin Gier
Bastei Lübbe – September 2002
288 Seiten, broschiert
[7,99€]

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One response to “Rezension: Lügen, die von Herzen kommen

  • schmetterlingsliteraturreise

    Jajajajaja…immer ich :D Aber hey – war doch passend ;) Soll ich auch ein Gastgeschenk dieser Art mitbringen nächsten Samstag? Oder reicht der Chai? ;)
    Aber ich fands auch schön und lustig – und siedend heiß fällt mir ein, was ich auch noch zu rezensieren habe…wären ja nur…zigtausende Bücher…ich Schludri :(
    Tolle Rezi :-*

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