Rezension: Cinderella Undercover

 Nachdem ich schon die anderen tollen Märchen unserer Märchenfee Gabriella verschlungen habe, musste ich natürlich auch Cinderella Undercover lesen. Bekommen habe ich das Buch nach der Frankfurter Buchmesse, schön signiert und es hat mich vom Regal lange angegrinst, bis ich mich Ende letzten Jahres endlich in seinen Seiten verlor.

Gabriella Engelmann wurde in München geboren und entdeckte in Hamburg ihre Liebe zum Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagslleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jgendbüchern. Märchen stand sie bisher eher skeptisch gegenüber – was sich mit ihrer ersten Märchenadaption “Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid” schlagartig geändert hat. Seitdem verzaubert sie uns mit ihren liebevoll erzählten Märchen. Cinderella Undercover ist das dritte von ihr modernisierte Märchen.

Nachdem die Gestaltung der Märchenbücher von gabriella Engelmann von Arena angepasst wurden, glänzen sie mit detailreichen Coverbildern, eins schöner als das andere. Dabei sieht man stets immer nur die Füße der Protagonistinnen. Cinderella Undercover wurde in lila gehalten. Der Schattenschnitt zeigt eine verschnörkelte Märchenkutsche, die stark an einen Kürbis erinnert. Und die Chucks der Protagonistin sind voll im Trend, denn unser Cinderelle trägt keine Schnürsenkel – kein Wunder, dass sie da einen Schuh verlieren wird, oder?

Cynthias Mutter ist gestorben und noch kurzer Zeit schon verliebt sich ihr Vater in eine andere Frau. Diese hat zwei nervige Töchter, die sie mit in die neue Wohnung bringt. Leider ist Cynthias Vater stets auf Dienstreisen, sodass sie die meiste Zeit mit ihrer nervigen Stiefmutter und deren Töchtern alleine ist. Als dann auch noch Felicitas, eine der Stiefschwestern, Cyns Schwarm Daniel schöne Augen macht, muss sich Cynthia ganz schön ins Zeug legen, um diesen auf sich aufmerksam zu machen. Ob das große Kulturfestival vielleicht die Gelegenheit ist, um sich Daniel undercover zu nähern?

Ich bin jedes Mal stets fasziniert, wie Gabriella Engelmann es schafft ein Märchen ins moderne zu übersetzen. In der Urversion stirbt oft auch der Vater, die Stiefschwestern erniedrigen unser Aschenputtel auf’s Äußerste und die starke Kämpferin, die ich mir stets in unserem „Cinderella“ vorgestellt habe, kam eigentlich eher selten zum Ausdruck.
Doch Gabriella schuff in Cynthia eine wahrhaftige Cinderella. Stark, mutig und vor allem nicht so ein wehleidiges Ding, wie man sie oft in den Märchen findet. Cynthia ist künstlerisch begabt und möchte unbedingt auf eine Kunsthochschule in Hamburg gehen, doch noch ist ihr Talent zu verhalten für die Dozenten, die sie für eine Aufnahme prüfen. Umso schöner fand ich es denWerdegang vom schüchterenen Aschenputtel zur starken Protagonistin erleben zu können. Es machte wirklich Spaß ihr auf Schritt und Tritt zu folgen und zu erleben, wie sie sich nach und nach ihr künstlerisches Talent, die künstlerische Freiheit und ihren Traumprinz erkämpft.

Schon beim ersten Überfliegen des Personenverzeichnisses zu Beginn des Buches fühlte ich mich einigen der Charakteren direkt verbunden und war sehr gespannt, wie sie sich in der Geschichte darstellen würden. Vor allem La Perla hatte es mir schon nach der Beschreibung im Personenregister angetan! Wieso? Das müsst ihr leider selbst lesen… :-)
Das moderene Märchen beginnt dann so, wie wir das Märchen schon von Kindesbeinen auf kennen: Die Mutter stirbt, der Vater verliebt sich neu und schon betreten die bösen Stiefschwestern samt Mutter die Bühne. Doch dann kommt alles anders, als man es bisher kennt und mit diesen Überraschungen kann Gabriella Engelmann erneut den Leser in seinen Bann ziehen und an die Seiten heften.

Außerdem mag ich es, wenn ich alt bekannte Gesichter wiedertreffen kann. Und nicht nur in „Hundert Jahre ungeküsst“ findet man das lieb gewonnene Schweewittchen wieder, es begleitet uns auch in diesem Roman.
Nachdem Cynthia sich ihre Rüge in der Kunsthochschule abgeholt hat trifft sie auf GG, der Absolvent eben dieser Kunsthochschule ist. Die beiden werden direkt dicke Freunde und vereinen ihre Kreativität für die Malerei und Mode. Gleichzeitig lernt Cynthia noch Daniel kennen, einen Traumprinzen, wie er im Buche steht. Sein Freund dreht Filme und nimmt am begehrten Filmfestival teil, zu dem auch Cynthia eingeladen wird. Doch um auf das Filmfestival zu gehen, muss unser Cinderella ein paar Hürden meisten… wird sie es schaffen zum Ball Filmfestival zu gehen und ihren Traumprinzen für sich zu gewinnen?

Ein Märchen zum hach-en und seufzen. Nur ein Manko konnte ich finden: es war wieder viel zu schnell vorbei. Umso mehr freue ich mich, dass in den nächsten Wochen Tagen endlich Rotkäppchen seinen Weg zu mir finden wird und ich weiterlesen kann, was in der hamburgischen Märchenwelt noch so alles geschehen wird…


Cinderella Undercover
Gabriella Engelmann
Arena – August 2011
284 Seiten, broschiert
[13,99 €]

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