Rezension: Die Insel der besonderen Kinder

Vieles hatte ich von Ransom Riggs Insel gehört. Das meiste in meinem Bekanntenkreis war durchweg positiv und daher habe ich mir dann doch irgendwann einmal das Buch zur Brust genommen.

Ransom Riggs wuchs in einem langweiligen Fischerdorf auf, studierte später Lieratur und Filmproduktion und arbeitet heute als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

Das Buch, ein Hardcover, ist mit einem Spotlack Schutzumschlag umschlagen. Das satte Grün auf dem dunklen Schwarz bildet einen guten und auch schaurig wirkenden Kontrast. Das Bild des schwebenden Mädchens verstärkt diese Wirkung nur noch zusätzlich.
Im Inneren findet man neben weiteren, schaurigen Bildern wunderschön gestaltete Kapitelseiten.

In einem kleinen Wald findet Jacob seinen tödlich verwundeten Großvater und meint dabei im Gebüsch ein Monster zu sehen. Sowohl seine Eltern, als auch sein Psychiater versichern ihm, dass dieses Wesen seiner Einbildung entspringt. Gerade als Jacob selbst beginnt daran zu glauben findet er Hinweise auf die Geschichten seines Großvaters und der Insel, auf der die besonderen Kinder leben. Daher macht Jacob sich auf, um die Insel zu erkunden und herauszufinden, wie viel Wahrheit in den Geschichten seines Großvaters steckt…

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist ein Buch, von dem ich sehr viel positives gehört hatte. Und genau deswegen habe ich mich auch lange nicht an dieses Buch getraut. Es ist oft so, dass Bücher, die „gehypt“ werden absolut nicht meinem Geschmack entsprechen. Letzten Endes tat mir das Buch dann jedoch doch leid, weil es immer noch ungelesen in meinem Regal stand. Ich dachte mir, dass es doch sicher schnell gelesen sei, da es ja auch viele Bilder beinhaltet. Doch da hatte ich mich getäuscht, ich habe tatsächlich einen Monat an diesem Buch gelesen und dazwischen noch einige andere Bücher verschlungen. Dummerweise wollte ich das Buch nämlich partout nicht abbrechen, sonst hätte ich es wahrscheinlich schon nach 150 Seiten in die Ecke gepfeffert.

Der oft gelobte Schreibstil des Autors konnte mich leider nicht flüssig durch die Geschichte führen, da ich persönlich die Geschichte eher als langweilig erachtet habe. Während dem Lesen ist mir immer öfters aufgefallen, dass die Bilder eben nicht der Unterstützung des Romans dienen, sondern die Geschichte von Herrn Riggs um die Bilder gestrickt wurde. Das die Aneinanderreihung von Geschehnissen nicht immer plausibel ist, spielte dabei wohl keine Rolle.
Ebenfalls war die Geschichte sehr vorhersehbar, weswegen ist Probleme hatte mich zum Weiterlesen zu animieren.

Betrachtet man das Buch von außen, so hofft der Leser auf eine spannende, mystische und schaurige Geschichte. Leider bleiben alle gruseligen Elemente aus, die in dieses Buch so gut gepasst hätten.
Die mystisch wirkenden Kinder auf der Insel sind nicht mehr als normale Kinder mit besonderen Fähigkeiten. Hier hätte Riggs meines Erachtens noch mehr Spuk in die Geschichte bringen können. Besonders grausig fand ich die Liebesbeziehung, die Jacob eingeht. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich fand die Moral in dieser Liebesbeziehung wirklich unpassend. Jacob verliebt sich in eines der Mädchen von der Insel. Ohne zu viel dazu zu sagen, sage ich nur, dass das Mädchen in Jacobs Alter zu sein scheint – es aber nicht ist. Sie sieht noch immer genauso alt aus wie damals, als Jacobs Großvater die Insel verließ…

Leider war für mich „Die Insel der besonderen Kinder“ eher eine Enttäuschung. Da ich jedoch weiß, dass es viele gibt, denen das Buch richtig gut gefallen hat, kann ich jedem, der es sich zulegen möchte, nur empfehlen entweder online oder in der Buchhandlung erst in das Buch reinzulesen oder das Buch in der Bibliothek auszuleihen, um sich einen ersten Eindruck von dem Buch zu machen. Man sollte sich auf alle Fälle nicht von der schönen Aufmachung zum Kauf überzeugen lassen.
Für mich ist auch jetzt schon klar, dass ich einen zweiten Band nicht mehr lesen werde. Lediglich die Buchverfilmung werde ich mir anschauen, sollte wirklich Tim Burton die Verfilmung umsetzen. So kann ich mich wenigstens noch mit Helena Bonham Carter und Johnny Depp auf der Leinwand vergnügen…


Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs
PAN – November 2011
416 Seiten, gebunden
[16,99 €]

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