Rezension: Flying Moon

Flying Moon klang für mich nach einem Must Read, einfach, weil ich Filme zu diesem Thema so gerne sehe und auch einmal gerne etwas ähnliches lesen wollte. Der Red Bug Books Verlag ist neu in der Branche, spezialisiert sich auf den Bereich eBooks und hat mit Flying Moon das erste „Young Adult“ eBook veröffentlicht.

Katrin Bongard wurde in Berlin geboren und zog später nach Potsdam um. Heute widmet sie sich der freien Kunst und dem Schreiben und ist als Graphikerin, Drehbuchautorin und Texterin aktiv.

Moon ist gerade 16 Jahre alt, als sie auf einer Filmparty einen unbekannten Jungen trifft und mit ihm die Nacht verbringt. Ein Jahr später begegnet sie ihm wieder: an einem Filmset, nachdem sie für einen Film gecastet wurde. Doch sein Ruf als Verführer eilt ihm vorraus und steht stets zwischen den Beiden. Wird es wie im Film ein Happy End geben?

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich das Buch gut fand, es jedoch wie viele Bücher ihre Schwächen hat. Ich hoffe, dass jetzt nicht meine Rezension zu negativ erscheint, denn ich habe das Buch gerne gelesen und konnte es zeitweilen auch nicht aus den Händen legen und habe mit damit die Nacht um die Ohren geschlagen! :-)

Direkt am Anfang lernt man Moons Familie und auf den ersten Seiten auch schon Lasse kennen, den Moon ein Jahr später am Filmset trifft. Ich fand die verschiedenen Sichtweisen und Charaktereigenschaften der beiden Hauptcharaktere sehr gelungen, vor allem Lasse war in meiner Vorstellung genau der Typ, den ich mir als einen populären Filmdarsteller vorstellen würde.
Die Nebencharaktere sind eben nur das: Nebencharaktere und ihre wichtigsten Eigenschaften umrissen, sodass man zumindest das Gefühl hat, dass diese nicht in der Geschichte untergehen, man aber nicht von ihnen zu sehr vom eigentlichen Geschehen abgelenkt wird.

Was mir als erstes auffiel waren jedoch zwei Dinge: dem eBook lag ein englisches Wörterbuch zugrunde, sodass ich Wörter nicht einfach mal „nachschauen“ konnte, was das Wort xyz bedeutet. Außerdem sind die Abschnitte immer sehr kurz, sodass mir der Szenenwechsel häufig zu schnell vonstatten ging.
Auf den zweiten Blick musste ich jedoch noch zwei Dinge feststellen: bei den den Dialogen war ich oft abgehangen, weil mir Einschübe wie „sagte er“ etc. teilweise zu wenig verwendet wurden. Schlimmer sind jedoch in meinen Augen die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die ich z.T. sogar zuhauf gefunden habe.

Dicht gefolgt von Sinnfehlern. In dem Buch nimmt Moon als Hauptdarstellerin an Dreharbeiten zu einem Film teil, dessen zweite Drehphase in Saarbrücken ist. Ich weiß nicht, wie die Autorin gerade auf Saarbrücken kam, aber als gebürtige Saarländerin kenne ich Saarbrücken. Dachte ich zumindest. Mir war jedoch neu, dass das Schloss Saarbrücken eigentlich eine Burg ist und es dort auch noch ein Restaurant gibt. Als dann der Burghof zum Schlosshof wurde, war ich dann doch abgehangen. Auch die Beshreibungen der Fußgängerzone waren in meinen Augen zum Teil nicht stimmig mit der Realität. Jetzt kann man sich natürlich darüber streiten, ob das gut oder schlecht ist, da man als Autor sich ja auch die Freiheit zur Neuinterpretation nehmen kann. Für mich persönlich war das dann jedoch eher verwirrend als fördernd.
Jedoch die Bar, vor der gedreht wurde… ich fühlte mich stark an meine Lieblingsbar erinnert… :-) Frau Bongard klären sie mich auf, um welche Bar es sich denn hier handelt! Ich bin neugierig.

Leider fand ich das Drehbuch, das dem Film zugrunde liegt, entweder zu „beschnitten“ für das Buch, oder die Geschichte hatte für mich keinen großartigen „Sinn“. Vielleicht handelt es sich aber auch um einen „Arthouse“ Film, dessen Sinn mir schon immer verschlosen blieb. Aber wir reden hier ja auch von einem Buch und daher kann ich darüber getrost hinwegsehen.
Jedoch war es oft etwas seltsam, wie oft Szenen gespielt wurden, bis sie im Kasten waren. Für manche Dinge gab es zwei Einstellungen, für die Kussszene wurde jedoch ein ganzer Tag benötigt. Ob das so seine Richtigkeit hat? ;-)

Ein paar Sinnfehler sind mir auch untergekommen. Wieso hat Moon z.B. nicht Lasses Nummer, wenn sie sich zuvor von Lasses‘ Handy aus angerufen hat?

Der Schreibstil jedoch ist sehr angenehm und trifft genau die jeweilige Situation. Einzig die schon genannten zu kurzen Szenen haben mich etwas gestört.

Wenn ihr nun trotz meiner vielen negativen Punkte wissen wollt, was ein „Flying Moon“ ist und ob Moon und Lasse ihr persönliches Happy End erleben, so solltet ihr euch das eBook nicht entgehen lassen. Für 2,99 € ist das Buch erschwinglich und ich finde das ist ein guter Preis, trotz der Mängel, die der Roman noch aufweist. Ich zumindest hatte eine schöne Lesezeit mit dem Buch und werde sicherlich zu weiteren Büchern aus diesem Verlag und der Autorin greifen!


Flying Moon
Katrin Bongard
Red Bug Books – September 2012
~ 246 Seiten, eBook
[2,99 €]

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2 responses to “Rezension: Flying Moon

  • Katrin

    Hallo Sandra,
    danke für die Video-Rezension und die Kritik. MEINE ERSTE VIDEO-REZI (freudiges Geschrei!). Das mit dem Wörterbuch habe ich gleich weitergegeben und es müsste nun klappen, die Fehlerchen sind hoffentlich auch weniger geworden und wenn du weiter so scharfäugig liest, dann engagiere ich dich als Ko-Lektorin für das nächste Buch! Ich glaube allerdings, es gibt kein einziges vollkommen fehlerfreies Buch, das ist so wie mit dem Leben, da ist auch nicht immer alles perfekt. Und: Ich freue mich riesig, dass du gerade Radio Gaga liest. Bin gespannt, wie es dir gefällt. LG Katrin
    So, wenn es hier weiter so schneit, wirst du meinen Kommentar in ein paar Stunden nicht mehr lesen können ;-))

    • Lariel

      Hallo Katrin,

      danke für deinen Kommentar. Irgendwie bin ich jetzt erst dazu gekommen zu antworten. :(
      Für radio Gaga wird es vermutlich auch eine Video Rezension geben. Ich bin aber noch lange nicht durch und den Rest des Jahres sozusagen „in Urlaub“, sodass das erst im neuen Jahr was werden wird. ;)
      Bzgl. Fehlerchen: habe wieder ein paar gefunden *kicher* Aber da kann ich bislang getrost drüber hinweglesen. Und wie du schon sagst, ein Fehlerfreies Buch gibt es sicherlich nicht.
      Liebe Grüße, Sandra

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