Lesung: Tanja Kinkel im Bonner Metropol

Am 22. November 2012 lud das Bonner Metropol (Thalia) zu einer neuen Lesung im Kuppelsaal ein. Tanja Kinkel stattete Bonn erneut einen Besuch ab, um ihr Buch „Das Spiel der Nachtigall“ vorzustellen.
Der Kuppesaal des früheren Kinos dient heute für Lesungen der Buchhandlungen Bouvier und Metropol, welche beide zur Thalia Kette gehören. Mit seiner einzigartigen Atmosphäre ist der renovierte Kuppelsaal eine wunderbare Umgebung für Lesungen.

Tanja Kinkel war bis zu dieser Lesung für mich ein unbeschriebenes Blatt. Ihre Romane sind komplett an mir vorbeigegangen, daher war ich froh, dass ich die Chance genutzt und die Lesung besucht habe. Auf diese Weise konnte ich eine neue Autorin entdecken, an deren Roman ich vielleicht sogar Gefallen finden könnte, auch wenn ich wenig in dieser Richtung lese.

Nach der kurzen Vorstellung ihrer Person gab Tanja Kinkel eine Einleitung in ihren neuen Roman, der sich um Walter von der Vogelweide dreht. Sie erzählte, wie sie die Idee bei einem Besuch in Würzburg hatte, als sie das Grab des Walter besucht hatte. Anschließend gab sie den Besuchern erst einmal einen Einblick in das Leben des Walters und bewies damit, dass sie eine ausgiebige und vor allem gute Recherche betrieben hat.

Zu Eröffnung las Tanja Kinkel aus ihrem Roman. Sie las den Prolog von „Das Spiel der Nachtigall“ komplett vor und konnte mit dem Verstellen ihrer Stimme für die einzelnen Personen und ihrer wohlklingenden Betonung die Besucher für sich einnehmen.

Anschließend an die Lesung stellte sich Tanja Kinkel den Fragen der Besucher. Sie erzählte, dass sie an diesem Roman circa zwei Jahre gearbeitet hat, wobei dreiviertel der Zeit von der Recherche in Anspruch genommen wurde und sie am Roman selbst lediglich etwa ein halbes Jahr schrieb. Bei einem Umfang von 900 Seiten eine – wie ich finde – beachtliche Leistung!
Recherche bedeutet für sie nicht nur das Sammeln von Material, das sie verwenden kann, sondern sie definiert in dieser Zeit auch die Handlung und die Charaktere. Bei den Charakteren hat sie die Möglichkeit sich diesen anzunähern, indem sie Material über sie sucht, oder aber den Charakter komplett selbst auszugestelten. Ihre Recherche brachte sie auch dazu, dass sie sich nur nur in die Welt des Walters begab, sondern auch ihr Wissen über mittelalterliche Medizin, oder auch Verhütungsmethoden in dieser Zeit aufzustockte. Die Recherche bietet ihr auch die Möglichkeit Ideen zu entwickeln, die sie in ihre Romane einbringen kann.
Nach dem Schreiben widmet sie sich dann der üblichen Manuskriptkorrektur. „Erst wenn man das Manuskript am Liebsten an die Wand werfen will, ist es fertig!“, so Frau Kinkel zum gespannt lauschenden Publikum. Dabei ist sie der Typ Autor, der dem Verlag ein Manuskript anbietet und nicht vom Verlag Vorschläge zu einem neuen Buch erhält.

Tanja Kinkel erzählte zudem, dass sie nie ein Projekt verrät, wenn es nicht bereits im Korrekturstatus ist. Daher sprach sie darüber, dass sie als eine von acht ausgewählten Autoren des Droemer Knaur Verlags zum Verlagsjubiläum einen neuen Roman veröffentlichen wird. Dieser spielt um 1744 und handelt von Angiola Calori, die mit ihrer zauberhaften Stimme eine der größten Sängerinnen dieser Zeit wurde. Sie traf in dieser Zeit auch auf Casanova, von dem sie auch einen Heiratsantrag bekam (und einen solchen bekamen in Casanovas Geschichte tatsächlich nur vier Frauen!).

Im Anschluss an die Fragerunde stellte sich Tanja Kinkel noch der Signurstunde und nahm sich dabei für jeden, der an ihren Tisch trat genügend Zeit, um eine wundervolle Signatur ins Buch zu schreiben.

Für mich war es ein Abend, der Lust auf Mehr macht, auch wenn ich noch nicht weiß, wann ich mich diesem „mehr“ widmen kann. Der Prolog hat mir gut gefallen und Frau Kinkel ist eine sympathische Autorin, für deren Lesung ihr sicherlich einmal die Couch verlassen solltet – ihr werdet es nicht bereuen! :-)

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